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Jungfrau auf Piratenjagd
GfW als Mitveranstalter am 14.02.2009
Eine jungfräuliche Jägerin aus der
altgriechischen Mythologie ist die Namensgeberin für die europäische
Mission „Atalanta“ zur Piratenbekämpfung am Horn von Afrika. Die
moderne Seeräuberei war Thema der sicherheitspolitischen Tagung des
VdRBw e.V. - Landesgruppe Sachsen und der Sächsischen Landeszentrale
für politische Bildung (SLpB) Mitte Februar. Zu den beiden
traditionellen Partnern gesellte sich erstmals als Mitveranstalter
die Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V. (GfW). Der
neue Sektionsleiter, OTL a.D.d.R. Lutz Kleintges, konnte unter über
70 Teilnehmern und den Referenten der Veranstaltung auch den
Kommandeur des Landeskommandos Sachsen, Oberst Manfred Molitor, den
Landesvorsitzenden Sachsen des Reservistenverbandes,
Fregattenkäpitän d.R. Joachim Holz und den Vorsitzenden des
GfW-Landesbereichs VII, Generalleutnant a.D. Jürgen Höche,
begrüßen.
Eine Schweigeminute leitete die
Veranstaltung ein. In Erinnerung an die Opfer des Zweiten
Weltkrieges und an die Zerstörung Dresdens 1945 erteilte
VdRBw-Landesvorsitzender FKpt d.R. Joachim Holz extremistischen
Tendenzen eine klare Absage.
Seit Dezember 2008 läuft die EU-Mission „Atalanta“
im Golf von Aden und dem ostafrikanischen Seegebiet. Die rechtliche
Grundlage des robusten Mandats der Mission, an der sich neben
Deutschland auch Griechenland, Spanien und Großbritannien
beteiligen, beleuchtete Thomas Blankenburg, Oberregierungsrat im
Einsatzführungskommando. Besonders die Frage, wie mit gefangenen
Piraten umgegangen werden kann und soll, löste eine rege
Publikumsdiskussion aus.
Deutschland bezieht fast alle
Importrohstoffe über See, 85 Prozent des Welthandels wird über die
Meere abgewickelt. 500 Handelsschiffe passieren täglich das Horn von
Afrika. Seit letztem Jahr sind die Angriffe in der Region drastisch
gestiegen. Mit diesen Fakten begann Flottillenadmiral Manfred
Hartmann, Chef des Stabes Einsatzführungskommando, seine
Ausführungen. Angriffsziele seien vor allem die zwischen den Küsten
Somalias und des Jemens fahrenden, langsamen Handelsschiffe sowie
Tanker mit niedriger Bordwand. Durch den Begleitschutz der
Kriegsschiffe konnte die Zahl der erfolgreichen Attacken jedoch
deutlich gesenkt werden.
Den politischen und wirtschaftlichen
Hintergrund der Piraterie stellte Aiman Mubarak von der Universität
Leipzig dar. Mubarak konnte dank seines politik- und
religionswissenschaftlichen Ansatzes und seiner tief greifenden
Kenntnis über Somalia die Hintergründe der Freibeuterei
verdeutlichen. Der Niedergang des Landes im Zuge jahrelanger
Konflikte seien der Ausgangspunkt, so Mubarak. Aber auch durch die
Überfischung durch ausländische Trawler wurde den Fischern vor
Ort ihre Lebensgrundlage entzogen und die Saat für die Piraterie
gelegt.
Das große Interesse der Teilnehmer am Thema
wurde in der anschließenden Podiumsdiskussion deutlich. Vor allem
die Verantwortung der Weltgemeinschaft und die Frage nach dem Schutz
der Schifffahrt nach dem Auslaufen der Mission waren Gegenstand der
Fragen aus dem Auditorium. Die mythische Atalanta steht für
Ausdauer, Mut und Stärke. Zumindest was die Ausdauer betrifft,
bleibt abzuwarten, ob die Mission „Atalanta“ ihrer Namensgeberin
gerecht werden kann.
Text: Robert Kudrass
Impressionen von der Veranstaltung

Sicherheitspolitisches Tagesseminar
in der sächsischen Landeszentrale
für politische Bildung

FKpt d.R. Holz bei seinen
Ausführungen

Dank an Admiral Hartmann (rechts)
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