|
"Erfurt….liegt
am besten Ort. Hier muss eine Stadt stehen", stellte schon vor
über 500 Jahren der berühmteste Student der hiesigen Universität,
Martin Luther, fest.
Die Landeshauptstadt des
Freistaats Thüringen mit ihrem Umfeld ist in der Tat ein guter
Standort für eine Sektion der GfW. Das über 1200 Jahre alte Erfurt
kann auch auf eine lange Tradition als Garnisonsstadt zurückblicken,
davon zeugen unter anderem die gut erhaltenen Befestigungsanlagen auf
dem Petersberg mitten in der Altstadt in eindrucksvoller Weise. In der
Stadt sind jetzt das Wehrbereichskommando III und das Landeskommando
Thüringen beheimatet.
Nach einer
längeren Phase der Neuorientierung nahm die Sektion Erfurt auf
Initiative des Vorsitzenden des Landesbereiches VII, Generalleutnant
a.D. Jürgen Höche, und unter tatkräftiger Unterstützung durch den
Kommandeur des Landeskommandos Thüringen, Oberst Martin Hofeditz, am
01. Juli 2008 ihre „aktive Tätigkeit“ wieder auf.
Die
Veranstaltungen der Sektion Erfurt finden stets in Kooperation mit dem
Landeskommando Thüringen und seit Mitte 2009 auch mit der
Deutsch-Atlantischen Gesellschaft in der Landeshauptstadt, aber auch
im Grenzmuseum Schifflersgrund an der hessisch-thüringischen Grenze
statt. Repräsentative Räumlichkeiten für die
Vortragsveranstaltungen
in Erfurt werden freundlicherweise von der Thüringer Staatskanzlei und
dem Sparkassen- und Giroverband Hessen-Thüringen zur Verfügung
gestellt.
Der
Stellvertreter des Generalinspekteurs, Generalleutnant Johann-Georg
Dora, eröffnete die Reihe der Vortragsveranstaltungen am 01.Juli 2008
mit dem Beitrag:
"Die Bundeswehr im Einsatz - Aktuelle Lage und
Perspektiven".
Als
Auftakt zum Gedenkjahr 20 Jahre Mauerfall sprach im Novem ber
2008 Staatssekretär a.D. Werner E. Ablaß zum Thema: „Zwei plus
Vier – Vertrag unter Berücksichtigung des Warschauer Paktes im Jahr
1990“. 1989/1990 als Zeitzeuge im Brennpunkt des Geschehens
stehend, gelang es dem Vortragenden, die Zuhörer in seinen Bann zu
ziehen und die dramatischen Ereignisse von damals wieder lebendig
werden zu lassen. Den Zuhörern wurde wieder bewusst gemacht, wie viele
Ergebnisse des Einigungsprozesses, die heute als selbstverständlich
erscheinen, damals wörtlich „auf des Messers Schneide“ standen.

Am 29. Januar
2009 hielt der Gesandte und stellvertretende Botschafter des Staates
Israel in Deutschland, Ilan Mor, einen Vortrag zum Thema: „60
Jahre Israel – Errungenschaften und Herausforderungen“. Noch
am Tage der Staatsgründung wurde Israel von seinen Nachbarn mit
militärischen Mitteln angegriffen .Bis heute ist das Land nicht zur
Ruhe gekommen, da Terrororganisationen und Vertreter souveräner
Staaten Israel das Existenzrecht absprechen. Der Traum vieler Juden,
nach den furchtbaren Verbrechen der Nationalsozialisten in einem
eigenen Staat Frieden zu finden, hat sich leider noch nicht erfüllt.
Herr Mor warb mit bewegenden Worten bei seinen zahlreichen Zuhörern
dafür, Israel auf dem Weg zum Frieden nicht allein zu lassen.
Zwei
Monate später, im März 2009, widmete sich der Parlamentarische
Staatssekretär im Bundesministerium der Verteidigung, MdB Thomas
Kossendey, der spannenden Frage: „Die Türkei – ein schwieriger
Partner?“ Ausgehend von dem bekannten Zitat aus Goethes
„Faust“, “…wo weit hinten in der Türkei die Völker aufeinander
schlagen...“, zeigte der Vortragende auf in welchem schwierigen
Spannungsfeld sich die türkische Politik angesichts solcher Nachbarn
wie Syrien und Irak (um nur zwei zu nennen), bewegen muss. Die
politische Führung in Ankara ist sich angesichts der außergewöhnlich
wichtigen geostrategischen Lage des Landes ihrer Verantwortung wohl
bewusst und agiert entsprechend Zur Erreichung der Ziele ist man
bereit, alte Feindbilder zu begraben, eine engere Kooperation mit
Griechenland anzustreben und sogar eine Annäherung an Armenien zu
wagen.
In Zusammenarbeit mit der
Deutsch-Atlantischen Gesellschaft fand
am 08. Mai 2009 eine
Veranstaltung im Grenzmuseum Schifflersgrund statt, bei der der
Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Heinz Fromm, zum
Thema: "Verfassungsschutz in der Demokratie" das
Wort ergriff.
Am
Vorabend des Tages der Deutschen Einheit widmete sich am gleichen
geschichtsträchtigen Ort der Bundesminister der Verteidigung, MdB Dr.
Franz Josef Jung, im Beisein des Thüringer Innenministers Manfred
Scherer dem Problemkreis „Transformation der Bundeswehr“.
Er würdigte insbesondere die Rolle der Bundeswehr bei der
Wiedervereinigung unseres Vaterlandes. Gleichzeitig warnte er
angesichts der damals bevorstehenden Koalitionsverhandlungen vor einer
Abschaffung der Wehrpflicht. Die Bedeutung der Wehrpflichtigen für die
Bundeswehr selbst aber auch für eine Verankerung der Bundeswehr in der
Gesellschaft sei heute genauso bedeutsam wie 1990 als die „Armee der
Einheit“ entstand.
Der Leiter
des Militärmusikdienstes der Bundeswehr, Oberst Dr. Michael Schramm,
informierte am 08.Oktober 2009 seine Zuhörer über „500 Jahre
Deutsche Militärmusik“. Er spannte dabei den Bogen vom
höfischen Zeremoniell der Renaissancefürsten über das preußische
Militärmusikwesen im 19.Jahrhundert bis zur „Big Band“ der Bundeswehr
in unseren Tagen. Dass sich trotz aller historischen Brüche die
deutsche Militärmusik im In-und Ausland ungeteilter Beliebtheit
erfreut, ist ein beachtenswertes Phänomen.
Die
Vortragsveranstaltungen der Sektion Erfurt endeten für das Jahr 2009
im Dezember mit einem Vortrag des Stellvertretenden Befehlshabers im
Wehrbereich III, Brigadegeneral Reinhard Golks, zum Thema „Vernetzte
Sicherheit – Chance oder Risiko für Afghanistan“.
Brigadegeneral Golks war von Januar bis August 2009 im Hauptquartier
ISAF in Kabul verantwortlich für Planung und Durchführung der
Operationen.
Ministerialdirigent
Jürgen Senff
Sektionsleiter
Fotos:
Bundesregierung, Bundeswehr
(3x),
BMVg, VdRBw, Israelnet, Handelsblatt
Oben
Zurück |