• Mo, 07. Juli 2014
    Potsdam
    Vortrag und Diskussion
    "Erwin Rommel und der militä-
    rische Widerstand gegen Hitler"
  • Mi, 11. Juni 2014
    Sektion Halle (Saale)
    Podiumsdiskussion
    "Russland und der Westen -
    ein neuer Kalter Krieg?"
  • Mo, 07. Juli 2014
    Potsdam
    Vortrag und Diskussion
    "Erwin Rommel und der militä-
    rische Widerstand gegen Hitler"
  • Mi, 11. Juni 2014
    Sektion Halle (Saale)
    Podiumsdiskussion
    "Russland und der Westen -
    ein neuer Kalter Krieg?"
Landesbereich VII in der ES 06/2011

 

Periodischer Beitrag des Landesbereichs VII

 in der

EUROPÄISCHEN SICHERHEIT Nr. 06/2011

Die Sektion Halle – eine Erfolgsstory

Als Oberstleutnant a.D. Jürgen Rann nach sechsjähriger Amtsführung am 13. April 2011 die Sektionsleitung der Sektion Halle (Saale) an seinen Nachfolger, Oberstleutnant a.D. Ernst-Walter Speidel übergab, konnte er mit großer Genugtuung auf eine höchst erfolgreiche Entwicklung „seiner“ Sektion zurückblicken und dabei zugleich eine bemerkenswert positive Bilanz seiner sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit in der Saalestadt ziehen. Das Erfolgsrezept: Eine gesellschaftlich außergewöhnlich breit aufgestellte Sektion, die man zu Recht als Bürgerverein bezeichnen darf, ein eigenständiges und bis heute in der GfW einmaliges Veranstaltungskonzept mit anspruchsvollem Vortragsprogramm, die Nutzung der Synergien aller in der sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit tätigen Institutionen in einer großen Veranstaltungskooperation, ein attraktiver Veranstaltungssaal im ehrwürdigen Halleschen Stadthaus und last but not least eine offensive sektionseigene Medienarbeit.

Der Neubeginn

Am 01. April 2005 wurde Oberstleutnant Rann, damals noch als Stellvertretender Kommandeur und Chef des Stabes des Halleschen Verteidigungsbezirkskommandos 81 im aktiven Dienst der Bundeswehr, vom Landesvorsitzenden VII kommissarisch zum Sektionsleiter Halle ernannt. Er übernahm eine seit drei Jahren ruhende und mit nur noch zwei vorhandenen Mitgliedern nahezu völlig verwaiste Sektion.

Es galt also primär, dieser Sektion durch intensive Mitgliederwerbung neues Leben einzuhauchen. Dies gelang in nur wenigen Monaten, was wohl nicht unwesentlich der Tatsache zuzuschreiben war, dass OTL Rann bereits damals dank seiner Tätigkeit in der Zivil-Militärischen Zusammenarbeit über sehr gute und enge Kontakte zur Halleschen Gesellschaft verfügte. Diesem Umstand ist es auch zu verdanken, dass das Mitgliederspektrum der Sektion eine außergewöhnliche gesellschaftliche Breite aufweist.

Angefangen beim Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium über Landtagsabgeordnete, Stadträte der Stadt Halle, dem Halleschen Beigeordneten für Ordnung und Sicherheit, Ärzten, Richtern, einer Staatswissenschaftlerin, Studenten, sowie Diplomingenieure, aber auch aktive Offiziere, Reservisten und ehemalige Offiziere aus Bundeswehr und NVA gehören zum Kreis der Sektionsmitglieder, wie übrigens auch ein Hartz IV-Empfänger, insgesamt genommen ein nahezu repräsentativer  Querschnitt durch die hallesche Gesellschaft.

Heute ist die Sektion Halle auf 50 Mitglieder aufgewachsen, ist somit die mitgliederstärkste Sektion in den neuen Bundesländern und belegt sogar im Vergleich mit den etablierten Westsektionen einen guten Mittelplatz.

Anspruchsvolles Vortragsprogramm    

Noch wichtiger als die Schaffung einer in sich tragfähigen Sektion war für Oberstleutnant Rann die Umsetzung des sicherheitspolitischen Bildungsauftrags der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik. Als Mediator zwischen Politik und Gesellschaft war es, ganz im Sinne der Zielsetzungen der GfW, sein Bestreben, einer breiten Öffentlichkeit die immer schwerer durchschaubare Komplexität der Zusammenhänge von Sicherheitsinteressen, Sicherheitsrisiken und Sicherheitsstrukturen in einer sich stetig weiter globalisierenden Welt verständlich zu machen, das Problembewusstsein für außen- , sicherheits- und verteidigungspolitische Sachverhalte und Entscheidungen zu wecken und dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund der gerade in den neuen Bundesländern so notwendigen  Aufgabe, die Kultur der sicherheitspolitischen Diskussion neu zu beleben und die Bürger ganz allgemein wieder für Politik zu interessieren.

Praktische Umsetzung fand diese Zielsetzung durch das seit sechs Jahren verfolgte Konzept von Wintervortragsreihen mit einem bestimmten sicherheitspolitisch relevanten Leitthema, bei dem das Hauptthema nach einem einführenden und Problembewusstsein erzeugenden Grundlagenvortrag in den weiteren Folgeveranstaltungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wird.

So war die Vortragsreihe des Winterhalbjahres 2005/2006 dem Thema "Die Bedrohung durch den islamistisch motivierten Terrorismus" gewidmet. Ausgewiesene Fachleute hielten an vier Abenden Vorträge zu den verschiedenen Aspekten des Themas. Das gleiche Verfahren wurde 2006/2007 mit der Vortragsreihe "Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik - Die zweite Säule der EU" angewandt. 2007/2008 folgte die Vortragsreihe mit dem Oberthema "Globalisierung - Neuverteilung von Macht und Reichtum". In der Wintervortragsreihe 2008/2009 wurden unter dem Leitthema „Energiesicherheit – Energie und Sicherheit im 21. Jahrhundert“ die strategischen Trends internationaler Energieversorgung, die geopolitischen Risikofaktoren, sowie die Bedeutung einer EU-Energieaußenpolitik für unsere Versorgungssicherheit, aber auch die Notwendigkeit der Harmonisierung von Energie- und Klimapolitik thematisiert. Fast nahtlos schloss sich die Vortragsreihe mit dem Hauptthema „Sicherheitsrisiko Klimawandel – die Krisen der Zukunft?“ im Winterhalbjahr 2009/2010 an, mit der die GfW-Sektion Halle auf die sicherheitspolitisch relevanten globalen Klimawandelfolgen aufmerksam machen wollte. Die sechste und gerade erst abgeschlossene Wintervortragsreihe im Halbjahr 2010/2011 stand unter dem Leitthema „Der Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und das freundliche Desinteresse der ‚Heimatfront’“, eine umfassende und ungeschminkte Auseinandersetzung mit dem nun schon über neun Jahren währenden Engagements am Hindukusch wider das in Deutschland um sich greifende ‚freundliche Desinteresse’.

Über 3000 Zuhörer in den 25 Veranstaltungen der vergangenen sechs Jahre legen Zeugnis darüber ab, dass es mit einem zeitgemäßen Themenangebot, von hervorragenden Referenten mit ausgewiesener Expertise auf anspruchsvollem Niveau präsentiert, in überzeugender Art und Weise gelang, bei einer großen Zahl von Bürgern das Interesse an Sicherheitspolitik zu wecken. Diese Ergebnis ist um so bemerkenswerter, als Halle bereits seit 2007 keine Garnisonsstadt mehr ist und sich die Zuhörerschaft überwiegend aus dem zivilen Umfeld rekrutiert.

Synergetische Kooperation

Ein wesentliches Moment des Erfolges seiner sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit war für Oberstleutnant Rann die Ausnutzung der Synergieeffekte aus der engen Zusammenarbeit mit allen in der sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit tätigen Kräften und Institutionen vor Ort.

Im Anfangsjahr 2005 stützte sich die Sektion insbesondere auf die administrative und logistische Unterstützung durch das Verteidigungsbezirkskommando 81 und die ebenfalls ortsansässige Bezirksgeschäftsstelle des Verbandes der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. ab. Bereits nach Abschluss der ersten Wintervortragsreihe warf aber die Transformation der Bundeswehr und die damit einher gehende Neustrukturierung der Territorialen Wehrorganisation ihre Schatten voraus. Für Halle bedeutete dies das Aus als Bundeswehrstandort nach über 300 Jahren Garnisonsgeschichte.

Um nicht in den Strudel der Standortauflösung zu geraten, galt es für die GfW-Sektion Halle, möglichst schnell ein eigenständiges, bundeswehrunabhängiges Profil zu entwickeln, um der Bevölkerung zu signalisieren: „Die Truppe geht, aber die GfW bleibt!“

Darüber hinaus war die Suche nach einem neuen starken Kooperationspartner für den Fortbestand der Sektion in einem von nun an „entmilitarisierten“ Umfeld überlebenswichtig. In dieser Situation war es wohl im Sommer 2006 der entscheidende Schachzug von Oberstleutnant Rann, die Stadt Halle als Kooperationspartner zu gewinnen. Diese gestattete seither der Sektion, den großen Festsaal im Stadthaus kostenlos für ihre Veranstaltungen zu nutzen, ein höchst attraktiver Veranstaltungsraum mitten im Herzen der Saalestadt.

Als Mitveranstalter konnte Oberstleutnant a.D. Rann neben der Stadt Halle und der von Anbeginn an kooperierenden Landesgruppe Sachsen-Anhalt im Reservistenverband in 2007 das Landeskommando Sachsen-Anhalt der Bundeswehr in Magdeburg sowie in 2008 die Jakob-Kaiser-Stiftung gewinnen. Nur wenige Monate nach Neugründung der Sektion Sachsen-Anhalt der Deutschen Gesellschaft  für Wehrtechnik e.V. (DWT) mit Sitz in Dessau Mitte 2010, ist auch diese in die sicherheitspolitische Kooperation mit der GfW-Sektion Halle eingetreten.

Zielgerichtete Medienarbeit

Dass in der öffentlichen Wahrnehmung nur das geschieht, worüber in den Medien berichtet wird, ist in unserer medienorientierten Welt Gesetz. Oberstleutnant Rann legte daher sein Augenmerk  stets auf eine zielgerichtete PR seiner sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit. Er setzte dabei zugleich auf die lokale und regionale Presse, insbesondere aber auch auf die sektionseigene Medienarbeit. Hierbei stand ihm mit Oberfeldapotheker Hartmut Berge, einem ehemaligen Leiter der Pressearbeit (LdP – heute: LdI) beim Sanitätskommando III in Weißenfels, ein versierter Fachmann zur Seite, der die Vortragsveranstaltungen der Sektion Halle pressegerecht nachbereitete. Seine gekonnten Berichte fanden vielfach Eingang in das Reservistenmagazin „loyal“.

Seit Hartmut Berge, bedingt durch zahlreiche Auslandseinsätze und erst recht seit Übernahme seiner Dienststellenleitertätigkeit beim Versorgungs- und Instandsetzungszentrum Sanitätsmaterial (VersInstZ SanMat) in Blankenburg/Harz, immer weniger Zeit für seine ehrenamtliche Tätigkeit für die GfW-Sektion Halle erübrigen konnte, entdeckte auch Oberstleutnant a.D. Rann seine publizistische Ader und zeichnete bereits für viele Nachberichterstattungen selbst verantwortlich.

Frühzeitig setzte Rann auch auf die Medienwirksamkeit eines eigenen Internetauftritts. So ist es eigentlich nicht verwunderlich, dass die heutige bundesweite Internetpräsenz der GfW ihren Ausgangspunkt in Halle nahm.

Gesicherte Zukunft    

Oberstleutnant a.D. Jürgen Rann hat der GfW-Sektion Halle in den vergangenen sechs Jahren seinen ganz persönlichen Stempel aufgedrückt, sie weit über den eigenen Landesbereich hinaus zu einer „Leuchtturmsektion“ entwickelt. Seine Konzeption einer zeitgemäßen sicherheitspolitischen Öffentlichkeitsarbeit hat zu beispielgebenden Ergebnissen geführt. Als er nun die Verantwortung in die Hände seines Nachfolgers, Oberstleutnant a.D. Ernst-Wilhelm Speidel legte, konnte er dies in der Gewissheit tun, „seine“ GfW-Sektion Halle wohl bestellt hinterlassen zu haben.

 

Jürgen Höche

Generalleutnant a.D.

Landesvorsitzender VII

In eigener redaktioneller Verantwortung

 

Oben                                                                                                                                                                  Zurück

Unsere Partner: