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Vortragsabend
mit
anschließender Aussprache
zum Thema
Zur Psychotraumatologie bei
deutschen Einsatzsoldaten
Referent:
Dr. Norbert
Kröger
leitender Psychologe
a. D., Bundeswehrkrankenhaus Berlin
am Mittwoch, 19.
Mai 2010, 19.00 Uhr
im Seminarbesprechungszentrum, großer Saal,
des Polizeipräsidiums Potsdam
Kaiser-Friedrich-Str. 143, 14469 Potsdam-Eiche
*****
Sektionseigener
Bericht
Zu unserem
Treffen am 19.05.2010 konnten wir RDir Dr. Norbert Kröger,
langjähriger leitender Psychologe am Bundeswehrkrankenhaus Berlin,
zum Thema: „Zur Psychotraumatologie bei deutschen Einsatzsoldaten“
als Referenten begrüßen.
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Dr. Norbert
Kröger beim Vortrag
Sehr anschaulich
und lebendig dokumentierte er in einer Präsentation mit Videos
unterlegt, Aspekte der Entstehung, Entwicklung und auch Therapie
von Folgeerkrankungen nach traumatischen Situationen, wie sie
deutsche Soldaten fast tagtäglich in dem kriegerischen Einsatz in
Afghanistan erleben.
Dr. Kröger zeigte
auf, dass nach extremen Ereignissen (Attentate, Talibanüberfälle,
Konfrontation mit einer völlig anderen Kultur, in der Menschen
gedemütigt werden, weibliche Personen vorsätzlich verletzt oder
getötet werden aber auch in unserem Kulturkreis: kriminelle
Handlungen Raub, Mord, Körperverletzung usw.) ein bestimmter
Algorithmus gegeben ist:
Die auftretenden
Beschwerden wie Albträume, Erinnerungsblitze, Unruhe,
Schreckhaftigkeit, Vermeiden von Situationen, die an das Geschehen
erinnern, sind eine normale Reaktion eines normalen Menschen
auf ein unnormales Ereignis.
Erst, wenn durch
das Trauma hervorgerufene Symptome lange anhalten oder sehr
verspätet auftreten, ist ein krankhafter Zustand ( PTBS:
Posttraumatische Belastungsstörung) vorhanden, der sehr gut –
so Dr. Kröger - behandelt werden kann.
Überzeugend
zeigte er an Beispielen, dass bei fast jedem von uns ein
„Siegfriedphänomen“ vorhanden ist, die eine verletzte Stelle in
der Seele - verursacht durch frühere, nicht verarbeitete
Probleme - kennzeichnet.
Durch ein Trauma
wird dieser (verdrängte) Bereich reaktiviert und kann im Rahmen
der Psychotraumatherapie mit dem Ziel, die Traumaverarbeitung
abzuschließen, indem emotionale Blockierungen aufgelöst werden,
behandelt werden.
Dr. Kröger
favorisiert dabei eine spezielle Therapieform, die Intensive
dynamische Kurzzeittherapie nach Davanloo (IS-TDP), die
unmittelbar die „eingefrorenen“ Gefühle, die verantwortlich für
die Vielzahl dieser Symptome verantwortlich sind, „auftaut“. Dabei
werden nicht - wie in anderen Therapieformen - die Klienten
intensiv mit den schlimmsten Bildern und sehr belastenden
Erinnerungsmosaiken konfrontiert.
In seiner
Berliner psychotraumatologischen Praxis für Kriminalitäts- und
Gewaltopfer setzt er erfolgreich die noch wenig bekannte Therapie
ein, über die er mit imponierenden Videosequenzen berichtete.
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Der Referent
(rechts) und der Sektionsleiter Dr. Kurt Hecht während der
Diskussion
Es war für uns
ein beeindruckender und erlebnisreicher Abend, der vielen
Teilnehmerinnen und Teilnehmern zu neuen Erkenntnissen verholfen
hat.
Die Veranstaltung
wurde erstmals in den Räumen des Polizeipräsidiums Potsdam
durchgeführt. Zum Imbiss standen belegte Brötchen und Getränke
bereit. Beim Imbiss wurden weitere sicherheitspolitische Aspekte
in persönlichen Gesprächen behandelt.
Der Referent hat
sein Honorar dem „Weißen Ring“ gespendet, dafür auch unser Dank. |