Vortragsabend

mit anschließender Aussprache

zum Thema

Die Bundeswehr der Zukunft

aus der Sicht des Wehrbeauftragten

des Deutschen Bundestages

Referent:

Hellmuth Königshaus

Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages

am Dienstag, 22. Mai 2012, 19.00 Uhr

in der Event-Location "Le Manège"

(Kutschstall Ensemble)

Am Neuen Markt 9 a/b, 14467 Potsdam

*****

Sektionseigener Bericht 

Die Bundeswehr der Zukunft aus Sicht des Wehrbeauftragten

vlnr. Gunter Scharf, Landesvorsitzender Brandenburg im VdRBw, GfW-Sektionsleiter Potsdam,

Dr. Kurt Hecht, der Wehrbeauftragte Hellmuth Königshaus, Stephan Raabe, Leiter Landesbüro Brandenburg der Konrad-Adenauer-Stiftung

Potsdam. Mit dem Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, konnten die Sektion Potsdam der Gesellschaft für Wehr- und Sicherheitspolitik e.V., die Konrad-Adenauer-Stiftung sowie die Landesgruppe Brandenburg des Reservistenverbandes  als gemeinsame Veranstalter einer sicherheitspolitischen Vortragsveranstaltung zum Thema "Die Bundeswehr der Zukunft aus Sicht des Wehrbeauftragten" am 22. Mai im "Le Manège" einen sehr angesagten Referenten gewinnen.

Königshaus begann seine Ausführungen mit einem groben Überblick über die Aufgaben des Wehrbeauftragten, ging danach  auf die aktuelle Situation der Bundeswehrangehörigen in Afghanistan und im Kosovo ein, um dann auf das eigentliche Thema des Abends zu sprechen zu kommen.

Der Wehrbeauftragte stellte deutlich heraus, dass es unter den Bedingungen der Aussetzung der Wehrpflicht, der Verkleinerung der Bundeswehr und der demographischen Entwicklung in Deutschland zukünftig großer Anstrengungen bedürfe, um gut ausgebildetes und motiviertes Personal für die Aufgaben in der Bundeswehr gewinnen zu können. Der bereits eingetretene und noch wachsende Fachkräftemangel werde dazu führen, dass die direkte Konkurrenz mit der Wirtschaft erhebliche Probleme bereiten werde, so Königshaus. Hierzu zähle insbesondere auch die schlechtere Bezahlung der Bundeswehrangehörigen.

Im Vergleich zu anderen Berufsfeldern, sei es in der freien Wirtschaft, als Pilot, Arzt oder in einem anderen Spezialistenberuf, seien es vor allem die ungewissen Zukunftschancen innerhalb der Bundeswehr, häufige Versetzungen in andere Standorte, die Nichtverlängerung des Dienstverhältnisses sowie die schwierige Vereinbarkeit von Dienst und Familie, die junge Leute eher abschreckten, als sie zu gewinnen, erläuterte Königshaus.

Auch das beschlossene Standortkonzept gäbe Anlass zur Kritik. So müsse nach Meinung des Wehrbeauftragten noch darüber nachgedacht werden, ob Lehrgänge beispielsweise grundsätzlich abseits vom Standort durchgeführt werden müssten oder ob es nicht sinnvoller sei, dass die Lehrer zu den Schülern an die Standorte kämen, gab Königshaus zu bedenken. Heute sei unsere Armee eine Pendlerarmee. Außerdem herrsche in der Bundeswehr ein Missverhältnis von Stehzeiten zu Ausbildungszeiten, begründete der Wehrbeauftragte seine Forderung nach einem Umdenken. Wichtig sei weiterhin, dass die Altersstruktur in der Truppe stimme. Kompetenz und Erfahrungen sowie Verlässlichkeit seien wichtige Kriterien, ohne die es zu Verwerfungen käme.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Ausführungen galt der Ausstattung der Bundeswehr, die Probleme bei der Beschaffung modernerer Technik. Der Wehrbeauftragte machte vor allem eine übersteigerte Bürokratie dafür verantwortlich, dass Beschaffungsentscheidungen zur Einführung neuer Techniken, die es bereits auf dem Weltmarkt gäbe und bei den Bündnispartnern  schon im Einsatz seien, jahrelang verzögert würden. Die Nichtverfügbarkeit zeitgemäßer Technik in manchen Bereichen der Streitkräfte, die aber in der Wirtschaft bzw. im privaten Bereich ohne weiteres zugänglich seien, locke keinen jungen Menschen in die Bundeswehr, sprach Königshaus Klartext und hielt auch diesbezüglich  ein Umdenken für unbedingt notwendig. Der Denkansatz müsse sein: Vom Einsatz her denken. Entscheidungsträger hierfür seien aber leider all zu rar.

Nach einem etwa einstündigen Vortrag bestand die Möglichkeit, Fragen an den Wehrbeauftragten zu richten. Von dieser Möglichkeit wurde reichlich Gebrauch gemacht. Es gab auch einige Hinweise und auch Erfahrungsberichte von ehemaligen Bundeswehrangehörigen und Reservisten.  

Im Anschluß an die ca. 30-minütige Aussprache gab es im kleinen Kreis weitere Gelegenheit, mit dem Wehrbeauftragten ins Gespräch zu kommen, über noch offene Fragen zu sprechen oder zu diskutieren.

Insgesamt ein äußerst gelungener Abend, der bei sommerlichen Temperaturen lange zum Bleiben einlud.

Die drei Veranstalter, der GfW-Sektionsleiter Potsdam, der Landesbeauftragte Brandenburg der Konrad Adenauer Stiftung sowie der Landesgruppenvorsitzende Brandenburg des Reservistenverbandes der Bundeswehr  zeigten sich zufrieden und kamen am Rande des Vortragsabends überein, zukünftig weitere gemeinsame Veranstaltungen durchzuführen.

Dr. Kurt Hecht

                                             

Oben                                                                                                                          Zurück

Unsere Partner: